Die Fil­ter wer­den immer indi­vi­du­el­ler

Dr. Mar­tin Leh­mann ist Vice Pre­si­dent Air Fil­tra­ti­on. Im Gespräch gibt er einen Ein­blick, wie MANN+HUMMEL Luft­fil­tra­ti­on ganz­heit­lich vor­an­treibt und wie der Luft­fil­ter der Zukunft aus­sieht.

Dr. Mar­tin Leh­mann, Vice Pre­si­dent Air Fil­tra­ti­on

Dr. Mar­tin Leh­mann stu­dier­te Ver­fah­rens­tech­nik an der Uni­ver­si­tät Karls­ru­he und pro­mo­vier­te 2005 über die Unter­su­chung zur Faser­struk­tur von Fil­ter­me­di­en und die Simu­la­ti­on der Bela­dungs­ki­ne­tik an einer Ein­zel­fa­ser. Er ist seit 2006 bei MANN+HUMMEL und heu­te als Vice Pre­si­dent Air Fil­tra­ti­on stra­te­gisch für den Bereich Luft­fil­tra­ti­on geschäfts­be­reichs- über­grei­fend ver­ant­wort­lich.

Herr Dr. Leh­mann, Sie kom­men aus der Simu­la­ti­on, was hat sich durch die neue Auf­ga­be für Sie geän­dert und wor­über freu­en Sie sich beson­ders?

Beson­ders reiz­voll ist es, ein kon­kre­tes Pro­dukt bereichs­über­grei­fend vor­an­brin­gen zu kön­nen. Hier geht es dar­um, gemein­sam inno­va­ti­ve Lösun­gen zu ent­wi­ckeln, um zukünf­ti­ge Kun­den­be­dürf­nis­se zu erfül­len und unse­re Markt­prä­senz aus­zu­bau­en. Mei­ne Detail­er­fah­rung aus der Simu­la­ti­on fließt hier mit ein. Bis­her haben mein Team und ich in der Simu­la­ti­on die ver­schie­de­nen Aspek­te eines Fil­ters betrach­tet, von gro­ßen Fil­ter­ele­men­ten bis hin zu sehr klei­nen Struk­tu­ren des Fil­ter­me­di­ums. Wir haben genau unter­sucht, wie sich der Auf­bau der Faser­struk­tur ver­bes­sern lässt und ent­spre­chen­de Opti­mie­run­gen vor­ge­nom­men, von einem gleich­mä­ßi­gen Medi­um hin zu einem spe­zi­ell für die Anwen­dung gestal­te­ten. Die­ses Wis­sen ist Teil unse­rer Stra­te­gie und ermög­licht uns kon­kre­te Markt­be­dürf­nis­se zu bedie­nen.

Ihre neue Auf­ga­be ist also stra­te­gi­scher aus­ge­rich­tet?

Ja und ins­be­son­de­re brei­ter. Die Simu­la­ti­on war eben­falls schon eine stra­te­gi­sche Auf­ga­be, da sich MANN+HUMMEL dort ein neu­es Gebiet erschlos­sen und gezielt Model­le für die Fil­tra­ti­on erar­bei­tet hat. Damit ist MANN+HUMMEL in der Simu­la­ti­on von Fil­tern füh­rend. Im Hin­blick auf das gan­ze Unter­neh­men ist mei­ne aktu­el­le Auf­ga­be nun stra­te­gisch brei­ter aus­ge­rich­tet, vom Auto­mo­bil­be­reich bis hin zu Indus­trie­an­wen­dun­gen. Wir betrach­ten alles, was mit Luft­fil­tra­ti­on an einem Ver­bren­nungs­mo­tor oder für tech­ni­sche Pro­zes­se zu tun hat.

Wie sieht Ihre Stra­te­gie kon­kret aus?

Lea­dership in Fil­tra­ti­on“ ist unse­re Visi­on und Moti­va­ti­on. Das heißt, wir wol­len den Kun­den die bes­ten Lösun­gen anbie­ten und mit ihnen ent­spre­chend wach­sen. Wir müs­sen also prü­fen, in wel­chen Regio­nen wir Poten­zia­le haben. Die sehen wir der­zeit vor allem in Chi­na und Indi­en. Mit der Akqui­si­ti­on der Affi­nia Group haben wir uns außer­dem ein star­kes Ersatz­teil­ge­schäft erschlos­sen. Auch hier möch­ten wir unse­re Mar­ken gut posi­tio­nie­ren und ent­spre­chen­des Wachs­tum gene­rie­ren.

Das heißt der asia­ti­sche Markt steht beson­ders im Fokus?

Für den PKW-Bereich trifft das zu. Im Nutz­fahr­zeug-Bereich ist es zudem die USA. Welt­weit punk­ten wir mit inter­es­san­ten Pro­duk­ten. Wir bie­ten unse­ren Kun­den glo­bal attrak­ti­ve Lösun­gen und dif­fe­ren­zie­ren uns dar­über. Auf die­sem Weg pro­fi­ta­bles Wachs­tum zu gene­rie­ren, ist unser obers­tes Ziel. Es ist mei­ne Auf­ga­be, mit den Kol­le­gen in den ein­zel­nen Abtei­lun­gen, Kon­zep­te für Wei­ter­ent­wick­lun­gen und Inno­va­tio­nen zu erar­bei­ten. Dafür erstel­len wir eine Inno­va­tions-Road-Map, an der im Head­quar­ter und in den Regio­nen gear­bei­tet wird. Unse­re Maß­nah­men ori­en­tie­ren wir dabei an den loka­len Markt­be­dürf­nis­sen.

Vari­ie­ren die Anfor­de­run­gen in den ein­zel­nen Regio­nen?

Ja, sie erfor­dern zum Bei­spiel unter­schied­li­che Fil­ter­me­di­en. Vlies ist in Asi­en ver­stärkt gefragt, Zel­lu­lo­se mehr in Euro­pa. Flamm­schutz und Bau­raum sind wei­te­re The­men, die unter­schied­lich prio­ri­siert wer­den. Dar­um ist es wich­tig, dass wir glo­bal agie­ren und ent­spre­chend fer­ti­gen, lie­fern und die Kun­den betreu­en. Was das angeht ist MANN+HUMMEL bereits gut auf­ge­stellt. Ich habe mir nun vor­ge­nom­men, für die unter­schied­li­chen Berei­che die Klam­mer zu bil­den und sie zu ver­net­zen. Man­che Lösun­gen kön­nen wir zum Bei­spiel erst ein­mal im Indus­trie­be­reich plat­zie­ren und sie dann für ande­re Berei­che über­neh­men, aber auch vice ver­sa. So nut­zen wir Syn­er­gi­en, um uns neue Märk­te zu erschlie­ßen.

Filter
Luft­fil­ter­prüf­la­bor im Tech­no­lo­gie­zen­trum von MANN+HUMMEL in Lud­wigs­burg

Sehen Sie dar­über hin­aus noch wich­ti­ge The­men?

Es wird immer wich­ti­ger aktu­el­le Anfor­de­run­gen genau zu prü­fen und die Pro­duk­te rea­li­täts­nah aus­zu­le­gen. Bei­spiels­wei­se Staub­spei­cher­ka­pa­zi­tät bei Luft­fil­tern im Auto­mo­bil­be­reich. Wir haben seit Jah­ren einen Außen­luft­prüf­stand, auf dem wir unse­re Fil­ter­me­di­en in der Rea­li­tät tes­ten. Ruß spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le. Dafür haben wir einen Ruß­ge­ne­ra­tor ent­wi­ckelt und sind in den Nor­men­aus­schüs­sen der Auto­mo­bil­in­dus­trie ver­tre­ten, die sich mit dem The­ma befas­sen.

Die Prüf­la­bo­re von MANN+HUMMEL wer­den also immer wich­ti­ger?

Abso­lut. Ein The­ma, das uns ver­stärkt beglei­ten wird, ist die Fra­ge: Wie prü­fe ich rich­tig? Gera­de wenn es um die Luft­mas­sen­mes­sung für den Motor geht. Dafür ist es wich­tig, dass ich den Fil­ter ent­spre­chend gestal­te. Unse­re zen­tra­le Auf­ga­be wird es sein, Prü­fung, Kon­struk­ti­on, Medi­en­kom­pe­tenz und Simu­la­ti­on glo­bal zu ver­net­zen. Unser Prüf­feld in Lud­wigs­burg arbei­tet sehr gut mit den Prüf­fel­dern in Chi­na und Indi­en zusam­men. Das ist unse­re Stär­ke – somit kön­nen wir unse­ren welt­wei­ten Kun­den opti­mier­te Lösun­gen bie­ten.

Was sind die Trends bei den Fil­ter­me­di­en?

Auf der einen Sei­te gibt es die Ten­denz zu spe­zi­el­le­ren Mate­ria­len. Auf der ande­ren Sei­te ste­hen die Kos­ten. Ent­schei­dend ist, wel­che Per­for­mance wir dem Kun­den zu wel­chem Preis anbie­ten kön­nen. Syn­the­ti­sche Medi­en und die Kom­bi­na­ti­on unter­schied­li­cher Medi­en wer­den dabei immer wich­ti­ger. Wir wer­den ver­stärkt mit einem Medi­en­auf­bau aus ver­schie­de­nen Lagen arbei­ten, wie das bei unse­ren MUL­TI­GRA­DE-Fil­ter­me­di­en im Flüs­sig­keits­fil­ter­be­reich bereits der Fall ist.

Unse­re zen­tra­le Auf­ga­be wird es sein, Prü­fung, Kon­struk­ti­on, Medi­en­kom­pe­tenz und Simu­la­ti­on glo­bal zu ver­net­zen.“

Dr. Mar­tin Leh­mann,
Vice Pre­si­dent Air Fil­tra­ti­on

Wel­che neu­en Lösun­gen sind aus Ihrer Sicht beson­ders wich­tig?

Das sind ganz klar Exa­li­fe und VarioP­leat für den Nutz­fahr­zeug- und Indus­trie­be­reich und Flex­li­ne im PKW-Bereich, aber auch Ele­men­te mit unse­rer radia­len Dich­tung, mit der wir Bau­raum gewin­nen. Das ist das Schö­ne an der Fil­tra­ti­on: Es ist nicht immer “rocket sci­ence“. Häu­fig sind es die klei­nen Details, die den Unter­schied machen. Dazu gehö­ren Dich­tungs­geo­me­tri­en oder auch Faser­kom­bi­na­tio­nen. Bei all die­sen The­men pro­fi­tie­ren wir von unse­rer Sys­tem- und Fil­tra­ti­ons­kom­pe­tenz. Wir ver­ste­hen die ein­ge­setz­ten Medi­en sehr gut und sind füh­rend, was For­schung und Ent­wick­lung angeht. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se an unse­ren Akus­tik­lö­sun­gen und der Mög­lich­keit, welt­weit kom­plet­te Luft­fil­ter­sys­te­me anbie­ten zu kön­nen.

Wie sieht das Fil­ter­ele­ment der Zukunft aus? Was muss es leis­ten?

Es muss in den vor­ge­ge­be­nen Kos­ten­rah­men pas­sen. Es muss die gefor­der­te Luft­rein­heit lie­fern, die rich­ti­gen Par­ti­kel­grö­ßen abtren­nen und eine Stand­zeit haben, die zur erwar­te­ten Lebens­dau­er passt. Wenn ich einen Lkw fah­re, dann will ich, dass er mög­lichst wenig steht. Einen Pkw will ich als Händ­ler viel­leicht regel­mä­ßig in der War­tung sehen. In einer chi­ne­si­schen Stadt habe ich ande­re Anfor­de­run­gen als in Deutsch­land auf der Auto­bahn. Unse­re Pro­duk­te müs­sen dazu pas­sen. Smar­te Digi­ta­li­sie­rung wird dabei eben­falls eine Rol­le spie­len: Die Fil­ter wer­den intel­li­gen­ter. Gera­de in der Land­wirt­schaft ist das ein wich­ti­ges The­ma. Wenn ein Land­wirt sei­ne Ern­te ein­fährt, möch­te er wis­sen, ob er zuvor noch den Fil­ter wech­seln muss. Nur so kann er sei­nen Tag zuver­läs­sig pla­nen. Eine Vor­her­sa­ge für die Lebens­zeit der Fil­ter­ele­men­te ist dar­um wich­tig. Dar­an arbei­ten wir.

E-Mobi­li­ty ist momen­tan ein gro­ßes The­ma. Was bedeu­tet das für Luft­fil­ter?

Auch bei der E-Mobi­li­tät braucht man sau­be­re Luft und klar defi­nier­te Bedin­gun­gen. Inso­fern sehe ich da gro­ße Chan­cen. Die Anfor­de­run­gen wer­den teil­wei­se ande­re sein, aber nach wie vor gilt: Ich muss Par­ti­kel und Was­ser abschei­den. Dazu ste­hen wir mit Auto­mo­bil­her­stel­lern bereits in einem engen Kon­takt. Dabei kön­nen wir unse­re Kom­pe­tenz gut ein­brin­gen und zei­gen, was wir in die­sem Bereich leis­ten kön­nen und dass wir gut für die Zukunft auf­ge­stellt sind. Der Ver­bren­nungs­mo­tor wird aber wei­ter­hin wich­tig blei­ben und wir ent­wi­ckeln unse­re Pro­duk­te auch dafür wei­ter.

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